Was „Nicht ausgewählt“ eigentlich bedeutet
Das Redaktionsteam erhält täglich etwa 20.000 Pitch-Einreichungen. Selbst wenn jeder Redakteur rund um die Uhr arbeiten würde, könnten sie nicht alles gründlich prüfen.
„Nicht ausgewählt“ kann bedeuten:
- Die relevante Playlist des Redakteurs ist voll
- Ähnliche Songs waren bereits eingeplant
- Der klangliche Stil passte nicht zur aktuellen Ausrichtung der Playlist
- Ihr Pitch stach unter Tausenden nicht hervor
- Das Timing passte nicht zum Redaktionskalender
- Der Redakteur hat Ihre Einreichung schlichtweg nicht erreicht
Eine Ablehnung ist kein Urteil über die Qualität Ihrer Musik. Es ist das Ergebnis eines Filterprozesses in einem überlasteten System.
Was sind die häufigsten Ablehnungsgründe?
Schlechte Genre-Tagging
Eine falsche Genre-Einstufung leitet Ihren Pitch an den falschen Redakteur. Ein Pop-Punk-Song, der als „Lo-Fi“ getaggt ist, landet bei jemandem, der diesen Sound nicht betreut. Er wird sofort übersprungen.
Lösung: Seien Sie präzise und genau. „Indie Pop“ ist besser als „Pop“. Richten Sie sich nach dem Titel, nicht nach dem gewünschten Platzierungsziel.
Vage Pitch-Beschreibung
Allgemeine Beschreibungen gehen in Tausenden ähnlicher Einreichungen unter.
Schwach: „Das ist mein bisher persönlichster Song. Ich hoffe, die Leute können eine Verbindung dazu aufbauen.“
Stark: „Dark Synth-Pop für Fans von The Weeknd und Dua Lipa. 890.000 TikTok-Aufrufe für die Vorschau. 3.000 USD Meta-Kampagne startet am ersten Tag.“
Lösung: Punkten Sie mit Kennzahlen, Vergleichen und konkreten Marketingplänen.
Verspätete Einreichung
Pitches, die weniger als 7 Tage vor der Veröffentlichung eingereicht werden, verpassen oft das redaktionelle Prüffenster komplett. Die bewährte Praxis sind 4-6 Wochen Vorlauf.
Lösung: Planen Sie Veröffentlichungen weiter im Voraus. Laden Sie die Daten frühzeitig bei Ihrem Vertrieb hoch.
Kein Marketingplan
Redakteure möchten Songs hinzufügen, die gut performen werden. Wenn Sie nicht darlegen können, wie Sie die Veröffentlichung bewerben, haben sie keinen Grund zu glauben, dass der Titel auf ihrer Playlist erfolgreich sein wird.
Lösung: Geben Sie Werbebudgets, PR-Berichterstattung, Tourdaten und Influencer-Partnerschaften an.
Bereits veröffentlichte Musik
Sie können keine Titel pitchen, die bereits auf Spotify erschienen sind. Wenn Sie vergessen haben, vor der Veröffentlichung zu pitchen, ist diese Gelegenheit vertan.
Lösung: Integrieren Sie das Pitchen in Ihre Checkliste für Veröffentlichungen. Veröffentlichen Sie niemals, ohne vorher einzureichen.
Was hat keinen Einfluss auf die Auswahl
Spotify hat ausdrücklich erklärt, dass folgende Faktoren keine Rolle bei redaktionellen Entscheidungen spielen:
- Anzahl der Follower oder monatlichen Hörer
- Ob Sie bei einem Label unter Vertrag stehen
- Radio-Airplay oder Berichterstattung in Blogs
- Frühere Playlist-Historie
Redakteure geben an, jeden Song unabhängig zu bewerten. In der Praxis helfen Glaubwürdigkeitssignale (Kennzahlen, Kollaborationen, Marketing) eindeutig, aber die reine Followerzahl führt weder zu einer automatischen Disqualifikation noch zu einer Qualifikation.
Wie sollten Sie zukünftige Pitches nach einer Ablehnung verbessern?
Nach einer Ablehnung:
- Überprüfen Sie Ihre Pitch-Beschreibung. War sie spezifisch? Haben Sie mit Ihren Stärken geführt?
- Prüfen Sie Ihre Genre-Tags. Waren sie korrekt und spezifisch?
- Bewerten Sie das Timing. Haben Sie mit ausreichend Vorlauf eingereicht?
- Beurteilen Sie den Titel ehrlich. Ist er bereit für Playlists oder benötigt er produktionstechnischen Feinschliff?
- Berücksichtigen Sie den Wettbewerb. Was wird in Ihrem Genre in Playlists aufgenommen? Wie schneidet Ihr Titel im Vergleich ab?
Wie sieht die Realität bei den Akzeptanzraten aus?
Spotify gibt an, dass etwa 20 % der gepitchten Titel in redaktionelle Playlists aufgenommen werden. Bei ca. 100.000 neuen Titeln, die täglich hochgeladen werden, und Tausenden von Pitches, liegt die Akzeptanzrate für unabhängige Künstler ohne Label-Unterstützung wahrscheinlich unter 5 %.
Die meisten Künstler pitchen viele Singles, bevor sie eine redaktionelle Platzierung erhalten. Eine Ablehnung ist die Norm, nicht die Ausnahme. Beharrlichkeit zahlt sich aus.
Was Sie trotzdem erhalten
Auch ohne redaktionelle Auswahl garantiert ein Pitch, der 7+ Tage vor der Veröffentlichung erfolgt, dass Ihr Titel im Release Radar Ihrer Follower erscheint. Diese algorithmische Platzierung kann wertvolle Streams generieren und weitere Empfehlungen auslösen.
Der Pitch ist niemals umsonst, selbst wenn die Antwort „Nein“ lautet.