Streaming-Umsatz in Großbritannien übersteigt 1 Milliarde £, während das Exportwachstum einbricht
Der BPI-Bericht 2025 zeigt ein 11. Wachstumsjahr in Folge, angetrieben durch Vinyl und Superfans, trotz eines besorgniserregenden Mangels an globalen Hits.
Edited By Trevor Loucks
Founder & Lead Developer, Dynamoi
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Der britische Markt für aufgenommene Musik verzeichnete das 11. Wachstumsjahr in Folge, aber die Champagnerkorken sollten nur mit Vorsicht geknallt werden. Während die Jahresendzahlen 2025 der British Phonographic Industry (BPI) einen widerstandsfähigen Sektor zeigen, der historische Umsatzmeilensteine erreicht, offenbart die Statistik eine starke Divergenz zwischen der heimischen Gesundheit und der schwindenden globalen Bedeutung.
Der gesamte Konsum aufgenommener Musik stieg 2025 um 4,9% auf 210,3 Millionen Album-Äquivalent-Einheiten. Der wichtigste Erfolg ist klar: Der jährliche Streaming-Umsatz hat zum ersten Mal offiziell die 1-Milliarden-£-Marke überschritten. Doch für Strategen und Label-Manager liegt der Teufel in der Verlangsamung.
Das Sättigungssignal
Der Motor der modernen Branche verlangsamt sich. Obwohl Streaming weiterhin dominiert – es macht 89,3% des Konsums aus – ist die Wachstumsrate der Audio-Streams auf 5,5% abgekühlt, ein signifikanter Rückgang gegenüber dem Wachstum von 8,4% im Vorjahr.
Dies deutet darauf hin, dass Großbritannien „Peak Streaming“ erreicht hat. Die Ära der schnellen Nutzerakquise ist effektiv vorbei. Zukünftiges Umsatzwachstum wird nicht mehr von neuen Abonnenten stammen, die in den Funnel eintreten, sondern von der Steigerung des ARPU (Average Revenue Per User) durch Preiserhöhungen und eine bessere Monetarisierung von Superfans.
Die Liquiditätsrolle von Vinyl
Entgegen der Digital-First-Erzählung treiben physische Formate die wertvollsten Wachstumsmargen der Branche an. Die Vinyl-Verkäufe stiegen um 13,3% auf 7,6 Millionen Einheiten und markierten das 18. Wachstumsjahr in Folge für dieses Format.
Die Quintessenz: Vinyl übertrifft das Streaming-Wachstum um fast das Doppelte. Es hat sich von einem Nischen-Sammlerstück zu einem primären Umsatzträger für wichtige Veröffentlichungen entwickelt.
Wichtige Erkenntnis: Die Diskrepanz zwischen dem Vinyl-Wachstum (+13,3%) und dem Streaming-Wachstum (+5,5%) beweist, dass hochwertige physische Produkte für jährliche Umsatzzuwächse inzwischen wichtiger sind als passiver Konsum.
Taylor Swifts The Life of a Showgirl ist ein Beispiel für diesen Wandel. Mit 147.000 verkauften Vinyl-Einheiten allein im Jahr 2025 erzielte Swift die höchsten jährlichen Vinyl-Verkäufe aller Künstler seit Beginn der Aufzeichnungen in den 90ern. Obwohl CDs ihren langsamen Rückgang fortsetzten (-7,6%), bleibt der gesamte physische Sektor ein wichtiger Liquiditätsgeber für Labels, die mit Stagnation im Streaming konfrontiert sind.
Die Nostalgie-Lücke
Die Daten von 2025 zeigen einen Markt, der zwischen massiven Legacy-Events und der Entwicklung heimischer Talente gespalten ist. Das Oasis-Comeback war ein kommerzieller Gigant und trieb über eine Million Verkäufe von Katalogalben in einem einzigen Jahr an. Ihre Tourankündigung schuf einen Halo-Effekt, der sowohl passive Zuhörer als auch Sammler monetarisierte.
Die Branche kann jedoch nicht allein von Nostalgie leben. 2025 brachte einen Hoffnungsschimmer für neues Repertoire. Olivia Dean erreichte einen historischen „Chart Double“ und sicherte sich gleichzeitig einen Debüt-Nummer-eins-Single und ein Album. Zusammen mit dem Erfolg von Lola Young beweist dies, dass die heimische Pipeline funktioniert, auch wenn ihr das Volumen der Oasis-Maschine fehlt.
Eine globale Exportkrise
Das alarmierendste Signal im BPI-Bericht ist der Einbruch der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Obwohl die Exporterlöse mit Rekordwerten von 794,2 Millionen £ ihren Höhepunkt erreichten, fiel die Wachstumsrate auf magere 1,9%, verglichen mit 7,6% im Vorjahr.
Noch besorgniserregender ist der kulturelle Fußabdruck: Zum ersten Mal seit langer Zeit schaffte es kein einziger britischer Künstler in die globalen Top 20 der meistgestreamten Acts. Der globale Marktanteil Großbritanniens ist auf etwa 8-9% gesunken. Dieser Rückgang wird auf den heftigen Aufstieg lokaler Repertoires in Lateinamerika und die K-Pop-Maschine zurückgeführt, die englischsprachige Exporte verdrängen.
Worauf Labels achten müssen
Der Weg nach vorn für 2026 erfordert eine defensive Neuausrichtung. Die Ära des „einfachen Wachstums“ durch Streaming ist vorbei.
- Superfan maximieren: Da
LTVzur primären Kennzahl wird, ist die physische Strategie nicht mehr zweitrangig. Deluxe-Vinyl ist unerlässlich, um die Umsatzzahlen zu erreichen. - Der Katalog-Doppeleffekt: Manager müssen die Katalogvermarktung strikt mit Live-Tour-Nachrichten synchronisieren, wie die Oasis-Zahlen belegen.
- Heimischen Boden verteidigen: Da die Exporte stagnieren, ist der heimische Markt das Sicherheitsnetz. Labels müssen verstärkt auf aufstrebende Acts wie Olivia Dean lokal setzen, bevor sie teure, hochriskante globale Kampagnen starten.