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Spotify lehnt MLC-Berufung im Kampf um 150 Mio. USD Lizenzgebühren ab

Der Streamer bezeichnet den Schritt als „nachteilig“, während Verlage darum kämpfen, eine Gesetzeslücke zu schließen, die Millionen von Songwriter-Gehaltsschecks abzweigt.

Trevor Loucks

Edited By Trevor Loucks

Founder & Lead Developer, Dynamoi

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The Mechanical Licensing Collective (MLC) und Spotify befinden sich in einem hochriskanten verfahrenstechnischen Patt, und der Topf beträgt jährlich ungefähr 150 Millionen USD.

Mit Stand vom 15. Januar 2026 hat der Streaming-Riese den Antrag des MLC auf eine „interlokutorische Berufung“ – ein rechtliches Manöver, das versucht, die Überprüfung der umstrittenen „Bundling“-Entscheidung, die Anfang dieses Monats ergangen ist, zu beschleunigen – formell abgelehnt.

Während die Gerichtsakten voll von Zivilprozessordnungen sind, ist die Realität für die Branche einfach: Spotify möchte, dass die aktuellen niedrigeren Lizenzsätze bestehen bleiben, solange der Fall andauert; das MLC argumentiert, dass sich die Branche kein Warten leisten kann.

Die verfahrenstechnische Blockade

Der jüngste Antrag von Spotify ist aggressiv. Das Unternehmen argumentiert, dass der Antrag des MLC, den Hauptfall für eine sofortige Berufungsprüfung auszusetzen, rechtlich unbegründet sei. Ihre Hauptwaffe ist der Kalender: Spotify weist darauf hin, dass das MLC fast 10 Monate gewartet hat, um diese beschleunigte Überprüfung zu beantragen.

Nach Ansicht von Spotify beweist diese Verzögerung, dass keine echte Dringlichkeit besteht. Sie charakterisieren die Strategie des MLC als „Durchlauf von geänderten Behauptungen“ und argumentieren, dass eine Berufung jetzt „nachteilig“ für den Gerichtsprozess wäre.

Wichtigste Erkenntnis: Eine interlokutorische Berufung ist ein „Hail Mary“ in der Zivilprozessführung. Sie erfordert, dass das Gericht zustimmt, dass eine bestimmte Rechtsfrage so entscheidend ist, dass der Rest des Falles nicht fortgesetzt werden kann, ohne sie zuerst zu beantworten.

Die 150 Mio. USD Schlupfloch

Im Mittelpunkt dieser Reibung steht die Vereinbarung Phonorecords IV. Die Vorschriften erlauben es Digital Service Providers (DSPs), niedrigere mechanische Lizenzgebühren zu zahlen, wenn ein Abonnement ein „Bündel“ ist, das Nicht-Musikdienste von mehr als „Token-Wert“ enthält.

Im März 2024 stufte Spotify seine Premium-Stufe neu ein, indem es 15 Stunden Hörbuchzugang hinzufügte.

  • Das Ergebnis: Spotify reduzierte effektiv seine Lizenzverpflichtungen gegenüber Songwritern und Verlagen.
  • Das Ausmaß: Schätzungen gehen von Auswirkungen in Höhe von 150 Millionen USD pro Jahr an entgangenen mechanischen Lizenzgebühren aus.
  • Die Verteidigung: Richterin Analisa Torres entschied im Januar 2025, dass die angebotenen Hörbücher „mehr als Token-Wert“ aufwiesen, was den Schritt von Spotify unter der aktuellen Vertragssprache bestätigte.

Definition von „Token-Wert“

Das Gegenargument des MLC – und der Grund, warum sie eine sofortige Berufung wünschen – ist, dass diese Auslegung ein massives Schlupfloch schafft. Wenn ein DSP einfach einen Dienst hinzufügen kann (selbst einen mit Marktwert wie Hörbücher), um Musiklizenzen zu kürzen, bricht der Schutzboden von Phonorecords IV zusammen.

Spotify behauptet, dass Hörbücher ein Premium-Produkt sind – eigenständige Dienste wie Audible kosten erheblich mehr als der zugewiesene Wert im Bündel –, was den Rabatt legitim macht. Das MLC argumentiert, dass diese Funktion für die meisten Musikabonnenten nur ein Nebeneffekt ist und lediglich als Mechanismus zur Senkung der Gemeinkosten dient.

Das Ansteckungsrisiko

Für Strategen bei Labels und Agenturen besteht die unmittelbare Befürchtung nicht nur in den niedrigeren Zahlungen von Spotify, sondern in dem Präzedenzfall, den dies für den breiteren Markt schafft. Wenn die „Bundling“-Verteidigung den Berufungsprozess übersteht, könnte das „nur Musik“-Abonnement zu einer gefährdeten Art werden.

Konkurrenten wie Amazon Music, Apple Music und YouTube Music verfügen über riesige Ökosysteme von Nicht-Musikprodukten (Versand, Video, Speicher, Gaming). Wenn Spotify diesen Rechtsstreit gewinnt, werden diese Wettbewerber von Aktionären unter Druck gesetzt, ihre eigenen Dienste aggressiv zu bündeln, um ähnliche Lizenzsenkungen zu erzielen.

Was Rechteinhaber tun sollten

Während Anwälte über Section 1292(b)-Zertifizierungen streiten, müssen Musikunternehmen sich auf die Realität der Volatilität einstellen.

  • Aggressiv prüfen: Manager müssen Lizenzabrechnungen ab Q2 2024 überprüfen, um die „Bundling“-Lücke zu quantifizieren.
  • Konservativ budgetieren: Erwarten Sie keine rückwirkende Zahlung oder eine Ratenumkehrung im Jahr 2026. Der Berufungsprozess ist langsam, selbst wenn er gewährt wird.
  • Die NMPA beobachten: Die National Music Publishers’ Association wird wahrscheinlich den politischen Druck erhöhen, was die bevorstehenden Verhandlungen zu Phonorecords V beeinflussen könnte.

Dieser Kampf beweist, dass in der Streaming-Wirtschaft die Definition eines „Abonnements“ ebenso fließend – und wertvoll – ist wie der Inhalt selbst.