Welche neuen PRO-Regeln gelten für KI-Musik?
Die drei großen PROs in Nordamerika haben ihre Regeln für KI-generierte Musik inzwischen angeglichen:
| PRO | Für die Registrierung zulässig | Nicht zulässig |
|---|---|---|
| ASCAP | Teilweise KI + menschliche Kreativität | 100% KI-generiert |
| BMI | Teilweise KI + menschliche Kreativität | 100% KI-generiert |
| SOCAN | Teilweise KI + menschliche Kreativität | 100% KI-generiert |
Wichtige Definition: „Teilweise KI-generiert“ bedeutet, dass das Werk KI-generierte musikalische Inhalte mit Elementen menschlicher Urheberschaft verbindet.
Note BMI hat bestätigt, dass registrierte hybride Werke (KI + Mensch) nicht anders vergütet werden als vollständig von Menschen geschaffene Songs. Die Royalties fließen normal durch das PRO-System.
Was bedeutet das in der Praxis?
Die Grenze zwischen „teilweiser“ und „vollständiger“ KI-Beteiligung entscheidet über die Zulässigkeit deiner Registrierung:
Wahrscheinlich für die Registrierung zulässig:
- Du hast den Text geschrieben, die KI das Instrumental erzeugt
- Du hast die Melodie komponiert, die KI das Arrangement erstellt
- Die KI hat erste Ideen erzeugt, die du umfassend bearbeitet und weiterentwickelt hast
- Du hast menschlichen Gesang zu von KI erzeugten Backing-Tracks hinzugefügt
Nicht für die Registrierung zulässig:
- Die KI hat sowohl Text als auch Musik aus einem Text-Prompt erzeugt
- Du hast nur einen Prompt eingegeben und keine kreativen Änderungen vorgenommen
- Nur minimale Bearbeitung der KI-Ausgabe (Länge anpassen, kleine Änderungen)
Was ist bei der Offenlegung für die PRO-Registrierung von KI-Musik zu beachten?
Auch wenn sie derzeit nicht verpflichtend ist, empfehlen alle drei PROs, die KI-Nutzung bei der Registrierung offenzulegen:
Empfehlung von ASCAP/BMI/SOCAN: „Transparenz sorgt für Klarheit über die Urheberschaft und entspricht den sich entwickelnden Branchenstandards.“
Wenn du die KI-Beteiligung bei der Registrierung offenlegst, schützt dich das vor künftigen Streitigkeiten. Wird die KI-Nutzung später bei einem Werk entdeckt, das ohne Offenlegung registriert wurde, kann das zu Komplikationen führen.
Welche praktischen Registrierungsszenarien gibt es?
Szenario 1: Menschlicher Text + KI-Musik
Du schreibst einen eigenen Text. Mit Suno erzeugst du das Instrumental und die Melodie.
Analyse: Dein Text stellt menschliche Urheberschaft dar. Die Komposition enthält sowohl menschliche als auch KI-Elemente. Eine Registrierung als Songwriter (für den Text) ist vertretbar. Die Registrierung der vollständigen Komposition ist weniger eindeutig, fällt aber unter die Regelung für teilweise KI.
Empfehlung: Registriere das Werk und lege die KI-Beteiligung an der Musik offen.
Szenario 2: KI-unterstützte Komposition
Du nutzt KI, um melodische Ideen zu erzeugen. Du entwickelst, arrangierst und veränderst die Ausgabe umfassend zu einer fertigen Komposition.
Analyse: Wesentlicher menschlicher kreativer Input verwandelt die KI-Ausgabe. Du triffst kreative Entscheidungen, die das fertige Werk prägen.
Empfehlung: Eine Registrierung mit Offenlegung ist möglich. Dokumentiere deine menschlichen Beiträge.
Szenario 3: Prompt zum Track mit minimaler Bearbeitung
Du gibst einen Prompt in Suno ein. Die KI erzeugt einen vollständigen Song. Du kürzt das Intro und passt das Ende an.
Analyse: Die kreative Urheberschaft liegt hauptsächlich bei der KI. Deine Beiträge (Kürzen, Anpassen) erreichen möglicherweise nicht das erforderliche „Mindestmaß an menschlicher Kreativität“.
Empfehlung: Nach der aktuellen Regelung nicht registrierbar. Ein Registrierungsversuch kann künftige Haftungsrisiken schaffen.
Welche Auswirkungen hat das auf Royalties?
Wenn du deine KI-Komposition nicht bei einer PRO registrieren kannst, entgehen dir Performance-Royalties, die sonst eingezogen würden, wenn deine Musik:
- Im Radio (terrestrisch und digital) gespielt wird
- Im Fernsehen ausgestrahlt wird
- An Live-Veranstaltungsorten aufgeführt wird
- In bestimmten Streaming-Kontexten verwendet wird
Das macht jedoch nur einen kleinen Teil des Einkommens der meisten KI-Musik-Creator aus. Streaming-Royalties, die über Distributoren und nicht über PROs fließen, bleiben davon unberührt.
Was sagen PROs über das Training von KI?
Die gemeinsame Erklärung von ASCAP/BMI/SOCAN zum KI-Training enthielt eine klare Position:
„KI-Technologieunternehmen, die urheberrechtlich geschützte musikalische Werke ohne Erlaubnis, Vergütung oder Namensnennung der Urheber aufnehmen und zum Training von Modellen verwenden, handeln nicht im Rahmen des Fair Use, sondern begehen Diebstahl.“
Alle drei PROs setzen sich weiterhin für Gesetze ein, die Creator vor unbefugtem KI-Training mit ihren Werken schützen.
Welche praktische Empfehlung gilt für KI-Creator?
Wenn dein Werk vollständig KI-generiert ist:
- Registriere es nicht bei PROs
- Konzentriere dich auf Streaming-Royalties (sie funktionieren normal)
- Erwäge, bei künftigen Releases menschliche Elemente hinzuzufügen
Wenn dein Werk KI und menschliche Kreativität verbindet:
- Eine Registrierung ist nach den neuen Regeln angemessen
- Lege die KI-Beteiligung bei der Registrierung offen
- Dokumentiere deine menschlichen Beiträge
- Bewahre Aufzeichnungen über deinen kreativen Prozess auf
Wenn du unsicher bist:
- Wende dich direkt an die PRO
- Entscheide dich eher für mehr menschlichen Input
- Dokumentiere unabhängig davon alles
Die Regeln entwickeln sich weiter. Die Regelung von Oktober 2025 entspricht dem aktuellen Stand, kann sich aber ändern, wenn die Branche ausgefeiltere Ansätze für KI-generierte Werke entwickelt. Für die meisten Creator von KI-Musik bieten Streaming-Royalties über Distributoren ein klareres und verlässlicheres Einkommen als der Versuch, die komplizierten PRO-Registrierungsregeln zu navigieren.