Live Nation beantragt Abweisung der DOJ-Klage wegen „Null-Beweisen“ für Schäden
Der Veranstalter argumentiert, dass Regulierungsbehörden Daten zu Veranstaltungsorten willkürlich verzerrt haben, um den Anteil von Ticketmaster aufzublähen, und keine Zeugen vorlegen konnten, die Nötigung geltend machen.
Edited By Trevor Loucks
Founder & Lead Developer, Dynamoi
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Live Nation Entertainment beantragte am 29. Dezember 2025 formell bei einem Bundesgericht die Abweisung der Kartellrechtsklage des Justizministeriums (DOJ). Dieser Antrag stellt einen aggressiven Schwenk von der Verteidigung zur Offensive dar, nur Monate vor einem für März 2026 angesetzten Prozess.
Der 51-seitige Antrag zielt auf ein summarisches Urteil ab, mit der Begründung, dass die Regierungsregulierungsbehörden nach einem Jahr der Beweisaufnahme „keine Beweise“ für tatsächlichen Marktschaden vorgelegt hätten.
Anfechtung der Schadensursache
Das Kartellrecht erfordert mehr als nur den Nachweis, dass ein Unternehmen groß ist. Kläger müssen eine „Kartellrechtsverletzung“ nachweisen – insbesondere, dass ein Monopol die Preise erhöht oder die Leistung reduziert hat.
Live Nation argumentiert, dass das DOJ es versäumt hat, die Gebühren von Ticketmaster mit Belastungen für die Verbraucher in Verbindung zu bringen. Ihr Antrag besagt, dass Künstler und Veranstalter Ticketpreise auf der Grundlage der Nachfrage und nicht der Ticketing-Plattformen festlegen.
Idée clé : Die Anwälte von Live Nation betonen, dass „Schäden für einen oder mehrere Wettbewerber nicht ausreichen“, um eine Verletzung nachzuweisen; das Gesetz schützt den Wettbewerb, nicht die Wettbewerber.
Kampf um die Veranstaltungsort-Mathematik
Der umstrittenste Streitpunkt dreht sich darum, wie der Markt definiert werden soll. Das DOJ behauptet, Ticketmaster übe einen „erstickenden“ Einfluss auf die Branche aus, indem es über 80 % der großen Konzerteinrichtungen kontrolliert.
Live Nation hält diese Zahl für fehlerhaft, da sie auf einer „Willkürlichen Verzerrung“ der Daten beruhe. Die Regulierungsbehörden haben Stadien von ihrer Definition von „großen Veranstaltungsorten“ ausgeschlossen.
Wenn Stadien – in denen Wettbewerber wie SeatGeek Fuß gefasst haben – einbezogen werden, argumentiert Live Nation, dass sich die Berechnung drastisch ändert:
| Metrik | DOJ-Definition | Live Nation Berechnung |
|---|---|---|
| Umfang | Amphitheater & Arenen | Schließt Stadien ein |
| Marktanteil | >80% | <50% |
| Trend | Stabiles Monopol | Um 30 Punkte seit 2010 gesunken |
Fehlende Zeugenaussagen
Ein zentraler Pfeiler der Argumentation der Regierung betrifft „verflochtene Monopole“. Die Theorie besagt, dass Live Nation seinen Einfluss als Konzertveranstalter nutzt, um Veranstaltungsorte zu exklusiven Ticketmaster-Verträgen zu zwingen, indem es damit droht, Tourneen zurückzuhalten.
Der Antrag greift die Beweisgrundlage für diese Behauptung an. Live Nation gibt an, dass die Beweisaufnahme „nicht einen einzigen großen Konzertveranstalter“ ergab, der eine erzwungene Exklusivität geltend machte.
Die Aufschlüsselung:
- Die Anschuldigung: Systematische Drohungen und Vergeltungsmaßnahmen gegen Veranstaltungsorte, die den Anbieter wechseln.
- Die Verteidigung: Nur drei Zeugen von Veranstaltungsorten unterstützten dies von Tausenden Befragten.
- Die Realität: Die meisten Veranstaltungsorte bevorzugen wegen der Unterzeichnungspauschalen und der Stabilität der Infrastruktur exklusive Verträge.
Szenarien für 2026
Der vorsitzende Richter steht vor einer binären Entscheidung mit massiven Auswirkungen für die Branchenakteure.
Bei Gewährung: Die Gefahr einer erzwungenen Zerschlagung löst sich sofort auf. Der „Zerschlagungsabschlag“, der derzeit den Aktienkurs von Live Nation drückt, würde wahrscheinlich verschwinden. Es bestätigt das Modell der vertikalen Integration als rechtlich einwandfrei nach den aktuellen Kartellrechtsstandards.
Bei Ablehnung: Die Branche bereitet sich auf einen Prozess mit hohem Einsatz im März 2026 vor. Dies verlängert die Unsicherheit und die Rechtskosten. Es gibt auch Wettbewerbern wie AEG's AXS und SeatGeek ein Zeitfenster, um aggressiv um Veranstaltungsortverträge zu konkurrieren, während Ticketmaster weiterhin unter dem regulatorischen Brennglas steht.
Die regulatorische Stimmung einschätzen
CFO Joe Berchtold verwies kürzlich auf die Entscheidung zu den Abhilfemaßnahmen bei der Google Search-Klage als positives Signal. Seine Interpretation legt nahe, dass selbst wenn später spezifische Verstöße festgestellt werden, eine vollständige strukturelle Zerschlagung unwahrscheinlich bleibt.
Vorläufig liegt die Beweislast wieder beim DOJ. Sie müssen das Gericht davon überzeugen, dass ihre Marktdaten nicht willkürlich sind und dass die Bedrohung durch die Macht von Live Nation genauso schädlich ist wie die Realität ihrer Preisgestaltung.